Welche Wirkung hat Glykolsäure auf die Haut?
Glykolsäure für unterschiedliche Hauttypen
Anwendung von Glykolsäure: So nutzt Du sie richtig
Welche Glykolsäure Konzentration ist optimal?
Glykolsäure kombinieren: Diese Wirkstoffe passen perfekt zusammen
Was ist Glykolsäure?
Was haben Zuckerrohr, Weintrauben und Zuckerrüben gemeinsam? Sie sind die natürliche Quelle für einen Inhaltsstoff, dem Skincare-Profis weltweit vertrauen: Glykolsäure. Die Fruchtsäure ist das am besten erforschte Mitglied der Alpha-Hydroxysäuren, kurz AHAs, und gilt als Goldstandard in der Hauterneuerung.1
Welche Wirkung hat Glykolsäure auf die Haut?
Neben Glykolsäure gehören auch Fruchtsäuren, wie Apfel-, Zitronen-, Milch- oder Weinsäure, zur AHA-Familie. Was macht Glykolsäure so besonders? Ihre außergewöhnlich kleine Molekülstruktur ermöglicht es ihr, tiefer in die obersten Hautschichten einzudringen und dort den natürlichen Erneuerungsprozess anzuregen.2 So wirkt sie intensiver und gleichzeitig sanfter als andere AHAs.
In unseren Formulierungen von L’Oréal Paris kommt biotechnologisch hergestellte Glykolsäure zum Einsatz. Sie bietet eine gleichbleibend reine und stabile Qualität, während Glykolsäure aus natürlichen Quellen in pH-Wert und Reinheit schwanken kann.
Spannende Skincare-Science zur Glykolsäure
- Mit einer Molekülgröße von nur etwa 76 Dalton ist Glykolsäure deutlich kleiner als Milchsäure (90 Da) oder Mandelsäure (152 Da) und kann dadurch tiefer wirken.3
- Glykolsäure ist im Gegensatz zu Salicylsäure (BHA) wasserlöslich und wirkt deshalb oberflächlicher und gleichmäßiger.
Dr. Laurence WALON
Dermatologin mit Sitz in Brüssel - Unabhängiges Mitglied des internationalen L'Oréal Paris Dermatologen Gremiums
Die Bedeutung des epidermalen Erneuerungsprozesses der Haut
Unsere Epidermis regeneriert sich kontinuierlich. Jeden Tag erzeugen die Zellen der Basalzellschicht neue Zellen und drücken so die älteren Zellen in Richtung Hautoberfläche. Täglich lösen sich dadurch abgestorbene Hautzellen und -schüppchen von unserer Hautoberfläche und offenbaren damit die darunterliegende strahlende, junge und weiche Haut. Im Laufe des Lebens verlangsamt sich der Zellerneuerungsprozess. Ungefähr ab dem 30. Lebensjahr wird der natürliche Regenerationsprozess unserer Haut zudem auch durch externe Faktoren wie Umwelteinflüssen und -belastungen sowie einem unausgewogenen Lebensstil negativ beeinflusst. Abgestorbene Hautzellen sammeln sich an der Hautoberfläche und lassen unser Hautbild fahl und ungleichmäßig aussehen – die Haut verliert an Strahlkraft und Geschmeidigkeit.
Um den natürlichen Hauterneuerungsprozess zu beschleunigen bieten Dermatologen eine Reihe von professionellen Peelings mit Glykolsäure in hoher Konzentration an – rund 60% alle 3 Wochen.
Die Exfoliation hilft die Strahlkraft, Geschmeidigkeit und Ebenmäßigkeit der Haut zurückzugewinnen, ist jedoch nicht für jeden geeignet. Besonders dunklere Fototypen neigen zu zunehmender Hyperpigmentierung. Die guten Neuigkeiten? Mehrere Studien belegen, dass durch die tägliche Anwendung von Glykolsäure in einer geringen Konzentration eine effektive Exfoliation der abgestorbenen Hautzellen erzielt wird – ohne Hautirritationen und bei allen Hauttypen.
„Glykolsäure ist einer der effektivsten Inhaltsstoffe, um die Hauterneuerung zu beschleunigen – sie schenkt der Haut neue Strahlkraft, Glätte und Ebenmäßigkeit.“
— Dr. Laurence Walon, Dermatologin und Mitglied des L’Oréal Paris Skin Expert Panels
Die Wirkung von Glykolsäure auf der Haut beginnt dort, wo sich alte und neue Hautzellen begegnen: Durch ihre sogenannte keratolytische Aktivität löst Glykolsäure die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hautschüppchen – quasi den „Kleber“, der die alten Zellen an der Hautoberfläche festhält.4 Dieser sanfte Peeling-Effekt befreit Deine Haut von Schüppchen und Unreinheiten, sodass frische, glatte Zellen an die Oberfläche treten können. Noch besser: Im Gegensatz zu mechanischen Peelings, die durch Reibung kleine Mikroverletzungen verursachen können, löst Glykolsäure zelluläre Verbindungen auf und bietet so eine sanfte, aber effektive Exfoliation.
Hier alle Vorteile von Glykolsäure auf einen Blick.
1. Hauterneuerung und Glow-Booster
Sie beschleunigt den natürlichen Hauterneuerungsprozess und bringt frische, neue Hautzellen an die Oberfläche – für einen sichtbar glatten, frischen und glowy Teint.
2. Klare Haut & verfeinerte Poren
Peelings mit Glykolsäure reinigen die Poren tiefenwirksam und lösen den überschüssigen Talg, ohne die Hautschutzbarriere zu schwächen – ideal gegen Mitesser, Pickel und zu Akne neigender Haut.
3. Anti-Aging-Power
Sie kurbelt die Kollagenproduktion an und fördert gleichzeitig die Bildung von Glykosaminoglykanen (GAGs) – natürlichen Feuchtigkeitsbindern, die Wasser in Deiner Haut speichern.5 Dadurch werden feine Linien geglättet, die Haut wirkt elastischer, praller und jugendlicher.
4. Ebenmäßiger Teint
Durch die sanfte Abschilferung der oberen Hornschicht trägt Glykolsäure unregelmäßig pigmentierte Zellen ab und mildert Pickelmale, Pigmentflecken und Sonnenschäden.
Wusstest Du schon?
„Unsere Haut erneuert sich fortlaufend – neue Zellen entstehen in der Tiefe, während alte abgestoßen werden. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich dieser Prozess, und die Haut wirkt fahl und uneben. Ungefähr ab dem 30. Lebensjahr wird der natürliche Regenerationsprozess unserer Haut zudem auch durch externe Faktoren wie Umwelteinflüssen und -belastungen sowie einem unausgewogenen Lebensstil negativ beeinflusst. Glykolsäure hilft, ihn wieder zu aktivieren und die Haut sichtbar zu verfeinern.“
— Dr. Laurence Walon, Dermatologin und Mitglied des L’Oréal Paris Skin Expert Panels
Glykolsäure für unterschiedliche Hauttypen
Keine andere Alpha-Hydroxysäure ist so vielseitig wie Glykolsäure: Sie exfoliert, hydratisiert und fördert die Hauterneuerung – und ist damit für nahezu jeden Hauttyp geeignet, ob trocken, sensibel oder zu Unreinheiten neigend.
Glykolsäure bei normaler und Mischhaut
Für normale und Mischhaut ist Glykolsäure der perfekte Allrounder. Sie kurbelt den Zellerneuerungsprozess an, verfeinert die Poren und sorgt für einen frischen, strahlenden Glow. In moderaten Konzentrationen zwischen 3 bis 5 % kannst Du sie problemlos täglich anwenden – beispielsweise als Peeling-Toner oder Serum.
Glykolsäure bei fettiger und zu Akne neigender Haut
Früher wurde Glykolsäure vor allem bei fettiger und unreiner Haut eingesetzt. Der Grund: Der Wirkstoff entfernt abgestorbene Hautschüppchen und überschüssigen Talg, bevor sie die Poren verstopfen können. So wirkt er vorbeugend gegen Mitesser, Unreinheiten und neue Pickel, während Deine Hautstruktur Tag für Tag klarer erscheint.
Gleichzeitig unterstützt Glykolsäure den natürlichen Heilungsprozess der Haut – besonders bei Pickelmalen und Aknenarben, die nach und nach verblassen. Laut Studien kann bereits eine niedrige Konzentrationen von rund 5 % Glykolsäure Akne sichtbar mildern – und das bei guter Hautverträglichkeit.6
Wichtig: Akne ist eine medizinische Hauterkrankung. Sprich bei aktiver oder entzündlicher Akne am besten mit Deinem Dermatologen, bevor Du Glykolsäure in Deine Routine integrierst!
Glykolsäure bei trockener und empfindlicher Haut
Auch trockene oder sensible Hauttypen können von Glykolsäure profitieren – vorausgesetzt, Du wendest sie richtig an. Kombinierst Du sie mit beruhigenden Wirkstoffen, wie Panthenol, Aloe Vera oder Hyaluronsäure, glättet sie raue Hautstellen, entfernt lose Hautschüppchen und unterstützt die natürliche Hauterneuerung.
Studien zeigen, dass selbst niedrigdosierte AHAs die Hautfeuchtigkeit messbar erhöhen können, da sie die Bildung der natürlichen Feuchthaltefaktoren (NMFs) anregen!7
Glykolsäure bei reifer Haut
Da Glykolsäure mit ihren winzigen Molekülen in der Lage ist, tief in die Epidermis einzudringen, kommt sie auch in der Anti-Aging-Pflege vollkommen berechtigt zum Einsatz. Wie Du bereits weißt, stimuliert Glykolsäure die Kollagenproduktion auf zellulärer Ebene und unterstützt die Bildung von Glykosaminoglykanen (GAGs) – Molekülen, die Wasser binden und für Spannkraft sorgen.
Das Ergebnis: Mit regelmäßiger Anwendung wirkt Dein Hautbild strahlender und fühlt sich glatter und geschmeidiger an. Auch Pigmentflecken, Fältchen und fahle Partien wirken mit der Zeit gemildert – für Haut, die wieder so lebendig aussieht, wie Du Dich fühlst.
Anwendung von Glykolsäure: So nutzt Du sie richtig
Egal ob Du Glykolsäure gerade neu entdeckst oder sie schon in Deiner Pflegeroutine nutzt: Die Wirkung hängt entscheidend davon ab, wann und wie Du sie anwendest. Mit den folgenden Tipps vermeidest Du Reizungen und holst das Maximum aus dem Wirkstoff heraus.
Wann sollte ich Glykolsäure verwenden?
Glykolsäure entfaltet ihre Wirkung am besten, wenn Du sie in Deine Abendroutine integrierst. Der Grund: Während Du schläfst, steigt die Zellteilungsrate um bis zu 30 %.8 Deine Haut nutzt die Nacht, um sich zu erneuern und kleine Schäden zu reparieren. Gleichzeitig ist Deine Haut nach der Anwendung lichtempfindlicher. Wenn Du Glykolsäure abends verwendest, entfällt dieser Stressfaktor: Die Haut kann sich ungestört regenerieren, ohne das Risiko von Sonnenschäden oder Hyperpigmentierung.
Wie oft sollte ich Glykolsäure anwenden?
Wenn Du neu mit Glykolsäure startest, taste Dich langsam heran: Zwei- bis dreimal pro Woche reicht völlig aus. Sobald sich Deine Haut an den Wirkstoff gewöhnt hat, kannst Du die Anwendung langsam steigern. Verträgst Du sie gut, kannst Du sie später auch täglich anwenden.
Bei empfindlicher Haut genügt jeder zweite Abend, um die Haut sanft zu exfolieren, ohne sie dabei zu stressen.
„Schon geringe Konzentrationen von Glykolsäure können die natürliche Exfoliation fördern – sanft und effektiv, ohne die Haut zu reizen.“
— Dr. Laurence Walon, Dermatologin und Mitglied des L’Oréal Paris Skin Expert Panels