Veganes PDRN: Woher der Wirkstoff kommt und wann er vegan ist

PDRN gilt als innovativer Wirkstofftrend in der modernen Hautpflege und wird herkömmlich aus der DNA von Lachsen gewonnen. Einige Pflegeprodukte bieten jedoch mittlerweile auch eine alternative Variante: veganes PDRN gewonnen aus Pflanzen mithilfe von fortschrittlicher Biotechnologie. Wir erklären dir die Unterschiede der beiden PDRN-Arten, woran Du veganes PDRN in Produkten erkennst und wie Du den Wirkstoff passend in Deine Pflegeroutine integrierst.

Inhaltsverzeichnis

Veganes PDRN auf einen Blick

  • Definition: PDRN ist ein biologischer Baustein, der die Zellregeneration anregt und das Hautbild sichtbar verbessert.
  • Herkunft: Veganes PDRN wird durch Bio-Fermentation aus pflanzlichen Quellen erzeugt.
  • Unterschied: Die Moleküle von veganem PDRN sind deutlich kleiner als die von nicht veganem PDRN und können so tiefer in die Haut eindringen und dort wirken.
  • Erkennung: Du erkennst den Wirkstoff an der INCI-Angabe und die Herkunft an einem veganen Siegel oder einer Herstellerangabe.
  • Pflege: Veganes PDRN lässt sich am besten als Gesichtsserum morgens und abends anwenden, z. B. mit dem L'Oréal Paris Revitalift Filler [Hyaluron + PDRN+] Aufpolsternden Serum.

Was ist PDRN und wie wirkt es?

PDRN steht für Polydeoxyribonukleotid und bezeichnet einen Wirkstoff aus der koreanischen Kosmetik (K-Beauty). Er wird in Seren und Cremes oder als Skinbooster-Injektion vor allem im Anti-Aging-Bereich verwendet. Die DNA-Fragmente des Wirkstoffs werden teilweise aus den reproduktiven Zellen von Lachsen gewonnen, können aber auch ohne tierische Mittel hergestellt werden.

Auf der Haut wirkt PDRN wie ein biologischer Baustein, der die Zellregeneration anregt und dabei die Produktion von Kollagen und Elastin fördert. So kann der Wirkstoff in der Hautpflege dabei helfen, die Haut zu festigen, Falten zu mildern sowie entzündungshemmend Rötungen zu mildern und oxidativen Stress abzubauen.

Woraus wird PDRN gewonnen?

Das klassische PDRN wird aus Lachs-DNA, also aus Lachsmilch beziehungsweise Lachssperma, gewonnen und ist seit Jahrzehnten ein Standard in der ästhetischen Medizin und Kosmetik. Auf den Verpackungen wird der Wirkstoff oft als „Salmon DNA“ oder „Sodium DNA“ angegeben. Mittlerweile gibt es aber viele gute, vegane Alternativen, die nicht von Lachsen, sondern durch Biotechnologie gewonnen werden. Man unterscheidet dabei zwischen drei verschiedenen Herkünften für PDRN:

Herkunft

Ausgangsstoff

Verfahren

Vegan?

Marines PDRN (klassisch)

DNA aus Lachsmilch bzw. Lachssperma (Chum-Lachs/Lachsforelle)

Extraktion und Aufreinigung aus der Fisch-DNA. Seit Jahrzehnten Standard in der ästhetischen Medizin, ursprünglich für Injektionen entwickelt

Nein, tierischen Ursprungs

Biotechnologisches PDRN (z. B. PDRN+)

Keine tierischen Rohstoffe

Bio-Fermentation: ein biotechnologisches Verfahren, das einen PDRN-/PRN-Komplex (Polyribonukleotid) ohne tierische Ausgangsstoffe erzeugt. Speziell für die topische Anwendung entwickelt – das Molekül ist deutlich kleiner als klassisches PDRN und dadurch besser hautgängig

Ja, vollständig pflanzlich/biotechnologisch, ohne tierische Bestandteile

Pflanzliche Analoga

Pflanzliche Nukleotide bzw. DNA-Fragmente aus Pflanzenextrakten

Extraktion aus pflanzlichem Material – chemisch nicht identisch mit PDRN, wird in der Kosmetik teils als „PDRN-ähnlicher" Wirkstoff beworben

Ja, aber: kein PDRN im eigentlichen Sinne. Wirksamkeitsdaten dazu sind bislang begrenzt

Was ist veganes PDRN?

Veganes PDRN ist eine durch Biotechnologie und Pflanzen gewonnene Variante von PDRN, die im Gegensatz zu klassischem PDRN keine tierischen Rohstoffe enthält. Bei veganem PDRN kommt es nämlich nicht auf den Wirkstoff selbst, sondern auf die Herkunft an. Ist der Ausgangsstoff marin bzw. stammt er aus Lachs-DNA, ist der Wirkstoff nicht vegan. Wenn das PDRN auf einem biotechnologischen Ausgangsstoff basiert, z. B. Magnolienblüten wie bei dem PDRN+ von L’Oreal Paris, ist es vegan. Wer also auf vegane Wirkstoffe setzen möchte, sollte seine Pflege mit PDRN genau unter die Lupe nehmen und auf die Inhaltsstoffe achten.

Magnolienblüten in einer Petrischale

Wie entsteht veganes PDRN?

Veganes PDRN entsteht durch moderne Biotechnologie und Bio-Fermentation im Labor. Als Basis dient ein biotechnologisches Fermentationsverfahren, bei dem Mikroorganismen unter kontrollierten Laborbedingungen PDRN- und PRN-Moleküle produzieren – ganz ohne tierische Ausgangsstoffe.[1]

In Extraktions- und Filtrierungsschritten werden Proteine, pflanzliche Allergene und potenzielle Reizstoffe vollständig entfernt. Zurück bleibt ein hochreines, stabiles und standardisiertes Molekül. Für Produkte von L’Oreal Paris wird das exklusiv für die L'Oréal Group entwickelte PDRN+ verwendet. Dabei handelt es sich um einen vollständig bio-fermentierten Komplex aus PDRN und PRN (Polyribonukleotid) gewonnen aus Magnolienblüten.

Infografik, die den Herstellungsprozess des veganen PDRN+ aus Magnolienblüten von L’Oreal Paris beschreibt

Wirkt veganes PDRN genauso gut?

Die aktuelle wissenschaftliche Datenlage vergleicht beide Varianten bisher kaum, weshalb es noch nicht möglich ist, einen klaren Vergleich hinsichtlich der Wirkung zu ziehen. Das vegane PDRN+ von L’Oréal Paris ist jedoch molekular deutlich kleiner als klassisches PDRN, sogar etwa 3000x kleiner als eine Pore, und kann dadurch tiefer in die Haut eindringen als herkömmliches PDRN. Es wurde speziell für die topische Anwendung entwickelt und unterscheidet sich so von injizierbarem PDRN.

Woran erkennst Du vegane PDRN-Produkte?

Um Pflege und Seren mit veganem PDRN zu erkennen, solltest Du Dich an bestimmten Siegeln und der INCI-Liste (Internationale Nomenklatur kosmetischer Inhaltsstoffe) von Produkten orientieren.

Sowohl veganes als auch tierisches PDRN werden in der INCI-Liste meist identisch als „Sodium DNA“ aufgeführt, da sich ihre chemische Grundstruktur nicht unterscheidet. Ob ein Produkt veganes PDRN enthält, ist demnach meist durch zusätzliche Angaben oder Label auf dem Produkt oder dessen Produktseite gekennzeichnet.

Die folgenden Kennzeichen können Dir bei der Erkennung helfen:

 

Kennzeichen

Was es aussagt

Was es NICHT aussagt

V-Label

Zertifiziert durch eine unabhängige Prüfstelle, dass ein Produkt frei von tierischen Inhaltsstoffen ist – Standard-Kriterien sind öffentlich einsehbar

Nichts über Verträglichkeit, Wirksamkeit oder Nachhaltigkeit des Produkts

PETA-Approved (Beauty Without Bunnies)[2]

Bestätigt vom Hersteller gegenüber PETA, dass weder das Produkt noch seine Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden und keine tierischen Bestandteile enthalten sind

Keine unabhängige Laborprüfung durch PETA selbst. Die Angabe basiert auf der Selbstauskunft des Herstellers. Zudem richtet sich das PETA-Siegel laut PETA selbst primär an den US-, kanadischen und indischen Markt und ist für die EU nicht mehr vorgesehen.

Herstellerangabe

(z. B. auf Verpackung oder Produktseite)

Direkte Aussage der Marke zum Vegan-Status eines konkreten Produkts

Ohne externes Siegel keine unabhängige Bestätigung. Aussagekraft hängt von der Seriosität der Marke ab

INCI-Liste

Die vollständige Inhaltsstoffliste, mit der sich einzelne tierische Bestandteile (z. B. Kollagen, Bienenwachs, Lanolin) konkret nachprüfen lassen

Auch bei rein pflanzlicher INCI-Liste keine Garantie gegen Tierversuche im Herstellungsprozess. Dafür braucht es ein zusätzliches Siegel

 

Nahaufnahme einer jungen Frau, die das Revitalift Filler Serum mit PDRN+ hält

Vegan, tierversuchsfrei oder Clean Beauty: Wo liegt der Unterschied?

Die drei Begriffe bedeuten nicht dasselbe, überschneiden sich aber oft im Alltag und im Marketinggebrauch. Vegan steht für Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe, tierversuchsfrei bedeutet ohne Tests an Tieren und Clean Beauty beschreibt Produkte mit sicheren, hautfreundlichen Inhaltsstoffen. Vor allem letzteres ist nicht gesetzlich geregelt, weshalb es hier deutliche Unterschiede bei den Produkten geben kann.

Das sind die Unterschiede im Detail:

Begriff

Was es bedeutet

Wichtig zu wissen

Vegan

Das Produkt enthält keine tierischen Inhaltsstoffe oder tierischen Nebenprodukte (z. B. Kollagen, Bienenwachs, Lanolin)

Sagt nichts darüber aus, ob während der Entwicklung Tierversuche stattgefunden haben

Tierversuchsfrei

Weder das Endprodukt noch seine Inhaltsstoffe wurden an Tieren getestet

In der EU seit 2013 für Kosmetik gesetzlich vorgeschrieben (EU-Kosmetikverordnung), gilt unabhängig vom Vegan-Status eines Produkts

Clean Beauty

Marketingbegriff für Produkte, die als „sauber", „natürlich" oder „schadstoffarm" beworben werden

Keine gesetzlich geschützte oder einheitlich definierte Bezeichnung. Die Kriterien legt jede Marke selbst fest.

Wie baust Du eine vegane Pflegeroutine mit PDRN auf?

Ein Serum für das Gesicht mit veganem PDRN ist eine tolle Pflege-Ergänzung für Deine tägliche Anti-Aging-Pflegeroutine und folgt auf die richtige Gesichtsreinigung. So eine Routine könnte wie folgt aussehen:

Schritt

Morgens

Abends

1. Reinigung

Sanftes Reinigen der Haut mit einem milden Cleanser

Gründliche Reinigung, um Make-up und Tagesrückstände zu entfernen

2. Serum mit veganem PDRN

Wenige Tropfen auf die noch leicht feuchte Haut auftragen, vor der Feuchtigkeitspflege

Gleiche Anwendung wie morgens, zweimal täglich für den vollen Effekt

3. Feuchtigkeitspflege

Leichte Gel-Creme zum Abschluss der Morgenroutine

Reichhaltigere Creme, um die nächtliche Regeneration zu unterstützen

4. Sonnenschutz

Unverzichtbar nach PDRN- und Serumpflege am Morgen

entfällt abends

5. Extra-Pflege (optional)

Vitamin-C-Serum vor der Feuchtigkeitspflege, für zusätzlichen Antioxidantien-Schutz

optional, je nach Hautbedürfnis

 

Unsere Produkt-Empfehlungen aus der Revitalift Filler Serie:

Eine junge Frau trägt mit einer Pipette das Revitalift Filler Serum mit PDRN+ auf ihre Wange auf.

Was vegan nicht bedeutet

Die Bezeichnung verrät nur, dass ein Produkt ohne tierische Produkte hergestellt wurde. „Vegan“ als Kriterium gibt Dir keine Informationen über die Verträglichkeit, die Wirksamkeit oder die Nachhaltigkeit des Produkts. Um herauszufinden, ob ein Produkt zu Dir passt, solltest Du also auf mehr Kriterien achten als nur auf das „Vegan“-Siegel. Stelle sicher, dass das Produkt zu Deinem Hauttyp passt und informiere Dich über die Nachhaltigkeit der Marke, statt nur nach einem Merkmal auszuwählen.

Fazit: Veganes PDRN erkennst Du an der Herkunft

Bei veganem PDRN kommt es nicht auf den Wirkstoff selbst, sondern auf die Herkunft und den Ausgangsstoff an. Bestimmte Siegel und die INCI-Liste eines Produkts verraten Dir, ob der Wirkstoff aus tierischen oder biotechnologischen Quellen gewonnen wurde. Gleichzeitig verrät die Kennzeichnung „vegan“ nichts über Wirkung und Verträglichkeit des Produkts, weshalb Du hierfür auf weitere Kriterien wie andere Inhaltsstoffe und Eignung für Deinen Hauttyp achten solltest.

FAQ: Häufige Fragen zu veganem PDRN

Bedeutet vegan automatisch, dass ein Produkt besser verträglich ist?
Nein. Die Verträglichkeit eines Produkts hängt von der gesamten Formulierung ab, nicht von der Herkunft einzelner Rohstoffe. Auch vegane Inhaltsstoffe können reizen oder Unverträglichkeiten auslösen.
Ist veganes PDRN teurer als klassisches PDRN?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Preisunterschiede hängen vom Herstellungsverfahren, der Rohstoffqualität und der Gesamtformulierung des jeweiligen Produkts ab.
Ist PDRN aus Lachs-DNA bei einer Fischallergie problematisch?
Bei bekannter Fischallergie ist Vorsicht geboten. Ein Blick in die INCI-Liste sowie die Rücksprache mit Ärztin oder Apotheke schaffen Klarheit vor der Anwendung. Eine pauschale Entwarnung oder medizinische Einschätzung können wir nicht geben.
Ist Hyaluronsäure vegan?

Nicht automatisch. Historisch wurde Hyaluronsäure teils aus tierischem Gewebe gewonnen, heute stellen die meisten Hersteller sie über Fermentation her, ohne tierische Ausgangsstoffe.[3] Den genauen Status findest Du in der Produktangabe der jeweiligen Marke.

Ist Kollagen in Cremes vegan?
Kollagen selbst ist ein tierisches Protein und damit nicht vegan. In der Kosmetik kommen jedoch zunehmend pflanzliche oder biotechnologische Alternativen zum Einsatz, die eine ähnliche Wirkung erzielen sollen. Ein Blick in die INCI-Liste zeigt, welche Variante ein Produkt enthält.

Quellen

[1] Chae, D.; Oh, S.-W.; Choi, Y.-S.; Kang, D.-J.; Park, C.-W.; Lee, J.; Seo, W.-S. „First Report on Microbial-Derived Polydeoxyribonucleotide: A Sustainable and Enhanced Alternative to Salmon-Based Polydeoxyribonucleotide." Current Issues in Molecular Biology, 2025, 47(1), 41. https://doi.org/10.3390/cimb47010041

[2] PETA. „PETA's Ultimate Cruelty-Free List." peta.org, https://www.peta.org/lifestyle/personal-care-fashion/petas-ultimate-cruelty-free-list/

[3] Serra, M.; Casas, A.; Toubarro, D.; Barros, A.N.; Teixeira, J.A. „Microbial Hyaluronic Acid Production: A Review." Molecules, 2023, 28(5), 2084. https://doi.org/10.3390/molecules28052084